Home weitere Infos Inhalt / Suche Copyright Impressum Datenschutz

 

polnische Geschichte

 


Mit uns im Dialog bleiben ...

... mit den ODF-Foren auf Yahoo ... auf YouTube ... auf twitter ... auf facebook ... auf meinVZ

weitere Infos
Westerplatte Fotos
Die Gegenleistung
Polens Außenpolitik
Polens Beitrag 1939
Teilmobilmachung
Die Westerplatte
Jagd auf Deutsche
Polen waren ...
WK2-»Wahrheiten«
... die Revision ...


Preußische Allgemeine Zeitung
Preußische Allgemeine Zeitung - Klartext für Deutschland - 4 Wochen gratis testen - hier Klicken!


 

Das Denkmal "Westerplatte" zu Ehren der polnischen Verteidiger in der gleichnamigen Gedenkstätte in Danzig in Polen, aufgenommen am 17.06.2012. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)
Das Denkmal "Westerplatte" zu Ehren der polnischen Verteidiger in der gleichnamigen Gedenkstätte in Danzig in Polen.
 
 

Danzig Westerplatte: Museen vor Neuausrichtung
Polens Regierung schreibt Geschichte
Von Florian Kellermann

Audio-Datei starten: Polens Regierung schreibt Geschichte

Der Grundstein für das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig wurde bereits gelegt - doch Polens rechtskonservative Regierungspartei PiS sieht Änderungsbedarf: Die Ausstellung müsse mehr "die polnische Wahrheit" verteidigen. Steht das Land vor einer neuen Geschichtspolitik?

Das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig ist ein Projekt der polnischen Vorgängerregierung, genauer: des ehemaligen Ministerpräsidenten Donald Tusk und heutigen EU-Ratspräsidenten. Bei der Grundsteinlegung vor fast vier Jahren sagte er:

"Bis heute ist in allen polnischen Familien das Gedenken an die präsent, die im Zweiten Weltkrieg den höchsten Preis bezahlt haben, ihr Leben. Deshalb ist es für uns so wichtig, dass die polnische Erzählung, die polnische Stimme zu diesem Krieg, hörbar wird. Die polnische Stimme soll die Aufmerksamkeit der Welt bekommen."

Die amtierende Regierungspartei, die rechtskonservative Formation "Recht und Gerechtigkeit", kurz PiS, befand diese Konzeption von Anfang an für ungenügend. Das Museum solle ein klares didaktisches Ziel bekommen, forderte der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski:

"Wir werden die polnischen Interessen verteidigen, die polnische Wahrheit. Wir werden das Konzept des Weltkriegsmuseums verändern, damit die Ausstellung den polnischen Standpunkt einnimmt. Die Erziehung junger Polen darf sich nicht auf das Gefühl der Scham stützen, wie das heute der Fall ist, sondern auf ein Gefühl von Würde und  Stolz."

Ein heroisches Geschichtsbild

Ein positives, heroisches Geschichtsbild soll das Museum vermitteln. Wie - das deutete nun Kulturminister Piotr Glinski an. Das Museum solle den Verteidigungskampf der polnischen Armee 1939 in den Vordergrund rücken, so den Kampf um die Halbinsel Westerplatte bei Danzig. Dabei hätten die polnischen Soldaten eine großartige Haltung bewiesen, so Glinski.

Das Museum solle deshalb auch mit einem kleineren Museum zusammengelegt werden, das die PiS auf der Westerplatte plant. Das Gesamtmuseum werde denn auch nicht mehr Weltkriegsmuseum heißen, sondern "Museum der Westerplatte und des Verteidigungskampfes 1939".

Der PiS-Abgeordnete im Danziger Stadtrat Grzegorz Strzelczyk findet diese deutliche Akzeptverschiebung richtig:

"Ich verstehe, dass die beiden Museen zusammengelegt werden. Ohne die Kämpfe auf der Westerplatte hätte es keinen Zweiten Weltkrieg gegeben. Das weiß doch jedes Kind, dass mit ihnen der Weltkrieg begonnen hat."

Nicht auf Linie der Regierungspartei

Gar nicht einverstanden mit dieser Argumentation ist der designierte Direktor des Museums Pawel Machcewicz. Die Regierung wolle die Rolle des Museums beschränken, kritisierte er - und das nur wenige Monate vor dessen geplanter Eröffnung Anfang des kommenden Jahres.

Die Person Machcewicz könnte ein weiterer Grund für das Manöver sein, das die PiS vorhat. In den wichtigen historischen Debatten der vergangenen Jahre lag er nicht auf der Linie der Regierungspartei, so in der Debatte über Polen, die sich am Holocaust bereicherten. Über ein Buch des von konservativen Polen heftig angegriffenen US-Historikers Jan Tomasz Gross sagte er:

"Dieses Buch spricht von wahren Ereignissen, von furchtbaren Verbrechen, die vor allem polnische Bauern an Juden begangen haben. Es reiht sich ein in Untersuchungen, die zeigen, dass das Ausmaß solcher Verbrechen größer war als es uns noch vor zehn Jahren schien. Wir können sie nicht als Randerscheinungen darstellen."

Hunderttausende, die so heldenhaft handelten?

Solche Aussagen passen nicht zum heroischen Geschichtsbild, an dem jüngst auch der polnische Präsident Andrzej Duda malte, der aus der PiS stammt. Er zeichnete Polen aus, die während der deutschen Besatzung Juden retteten, und sagte:

"Die nationalsozialistischen Deutschen hatten verfügt, dass jede Hilfe für Juden hier in Polen mit dem Tod bestraft werden sollte. Das wurde öffentlich bekanntgegeben, alle wussten es. Aber es gab Hunderttausende Menschen, Polen, die ihre Hilfe nicht verweigerten."

Hunderttausende, die so heldenhaft handelten? Eine Zahl, die unter Historikern zumindest umstritten ist. Unter den in Yad Vashem, in Jerusalem geehrten, "Gerechten unter den Völkern" sind derzeit 6.620 Polen - sie bilden damit die größte nationale Gruppe.

"Das ist eine Art von Nationalismus"

Der Direktor des jüdischen historischen Instituts Pawel Spiewak beschreibt die Geschichtspolitik der Regierung so:

"Das ist eine Art von Nationalismus. Wenn ich an einer Debatte mit dem Präsidenten über die Geschichtspolitik teilnehme, dann reden wir nur darüber, was die Polen für eine tolle Nation sind. Das ist die Rückkehr zum Mythos der Polen als einer unschuldigen Nation, geschändet, aber unschuldig."

Immerhin soll es über das Weltkriegsmuseum in Danzig nun doch noch eine öffentliche Debatte geben, erklärte Kulturminister Glinski. Seine Pläne waren auch beim Bürgermeister, den den Grund für das Museum zur Verfügung gestellt hatte, auf heftige Kritik gestoßen.
 

Quelle:
Deutschlandradio Kultur, Fazit, 18.04.2016,
www.deutschlandradiokultur.de/museen-vor-neuausrichtung-polens-regierung-schreibt...

Audio-Datei starten: Polens Regierung schreibt Geschichte

Diskutieren Sie diese Meldung in unserem Forum

Druckversion
 


Medienarbeit über Grenzen hinweg
 
Beiträge von Ostpreußen-TV
jetzt auch als DVD-Video erhältlich


 

Seit dem 02.01.2005 sind Sie der 

. Besucher

Diese Netzseite ist optimiert für 1024x768 oder höher und 24 Bit Farbtiefe sowie MS-Internet Explorer 11.x oder höher.
Netscape ab 7.x oder andere Browser mit Einschränkungen verwendbar. - Soundkarte für Tonwiedergabe erforderlich.

www.ostdeutsches-forum.net/aktuelles
 


Ostpreußen-TV OPR-Mediathek Schlesiertag NRW Dritte Vertreibung Beistandspflicht Besatzungsrecht Familie Liechtenstein polnische Wahrheit Wahlkampf ... AfD fordert Gedenktag Gebietsreform keine poln. Minderheit Deutsches tilgen historische Serie auf gutem Weg nicht mehr dt. Volk Gedenkstunde Überheblichkeit Darstellung einseitig neue Front Ackerland Aussöhnung? Dt.-Russisches Haus Tag der Befreiung? Nachgeschmack polnische Geschichte feindliche Übernahme Katyn Bavendamm - Interview Vertriebenen-Denkmal Einflussloser Verein Heimatliebe ... neue Direktorin Reparationsforderung peinlicher Besuch Etappensieg? Steinbach warnt Vertriebene in der DDR Recht auf Rückkehr


zur Landsmannschaft Ostpreußen

Ostpreußen
Erleben Sie Tradition
mit Zukunft

zur Preußischen Allgemeinen Zeitung / Das Ostpreußenblatt zum Preußischen Mediendienst

Die Träger des Ostdeutschen Diskussionsforums:

Bund junges Ostpreußen (BJO)

Arbeitsgemeinschaft Junge Gereration im BdV-NRW
Junge Generation
im BdV NRW

Landsmannschaft Ostpreußen
Landesgruppe Nordrhein-Westfalen e.V.
 
Ostpreußen-TV
über 4,5 Millionen Videoaufrufe

Landsmannschaft Ostpreußen - Landesgruppe NRW

Deutsch / German / allemand English / Englisch français / französisch      

Copyright © 2002-2018  Ostdeutsches Diskussionsforum (ODF)

Stand: 14. Oktober 2018

zur Feed-Übersicht