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Kreis Elchniederung

 


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... knutscht ein Elch


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Der Landkreis Elchniederung

Der Landkreis Elchniederung hat eine Flächengröße von 1.003,12 qkm und 55.376 Einwohner, d. s. 55,2 auf 1 qkm. Er erstreckt sich ostwärts des Kurischen Haffs im Memeldelta und wird beherrscht von einer ausgedehnten Niederung mit zahlreichen Flüssen, Bächen, Kanälen und Mooren. Die Hauptflüsse sind die Gilge und die die Nordgrenze des Kreises bildende Ruß und der Skierwith. Im Rückstaugebiet unmittelbar am Haff breiten sich Erlenbruchwälder und Hochmoore aus, zwischen denen hier und da Sandebenen liegen, sie eigneten sich vortrefflich für den Anbau von Kartoffeln und Gemüse. Große Kähne brachten diese Erzeugnisse auf den Königsberger Markt. Der Ibenhorster Forst im Nordzipfel des Kreises zwischen Skierwith und Ruß, der 1920 nach der Bildung des Memelgebiets an den Kreis Niederung fiel, und der Tawellenbrucher (Tawellningker) Forst sind etwa 10 km breite und 50 km lange Bruchwälder mit idyllischen Wasserwegen. In ihnen ist Ostpreußens uriges Wild, der Elch, heimisch. Aus diesem Grunde wurde der Landkreis in Elchniederung umbenannt. Kreisort ist seit 1818 die Stadt Heinrichswalde; sie liegt auf einer Sandebene der Linkuhnen-Seckendorfer Niederung; ihre Umgebung aber hat fruchtbaren Boden. Heinrichswalde ist aus einer kleinen Siedlung entstanden, die der Große Kurfürst 1657 mit 50 Wildnishufen seinem Jägermeister Heinrich Ehrentreich von Halle verliehen hat. 1678 hatte sie bereits den jetzigen Namen. Später war die Begüterung im Besitz der Grafen Keyserlingk. Die bereits 1686 vorhandene Kirche wurde 1867/1869 in neugotischem Stil neu erbaut. Dank seiner günstigen Lage und als Sitz mehrerer Behörden entwickelte sich der Marktflecken Heinrichswalde zu einem wichtigen wirtschaftlichen Mittelpunkt und in der jüngsten Vergangenheit zu einer „Gartenstadt". Die Bewohner trieben Landwirtschaft und gewannen durch den Fremdenverkehr, der wegen der salz- und schwefelhaltigen Kalt- und Warmbäder immer mehr zunahm, bereits vor 1900 war Heinrichswalde „als klimatischer Kurort" beliebt. Am 9. September 1914 erlebte der Kreisort einen Schreckenstag, als zahlreiche Häuser von den Russen in Brand gesteckt und viele Männer in grausamer Weise mißhandelt wurden. 1939 hatte Heinrichswalde, das in diesem Jahr zur Stadt erhoben wurde, 3.500 Einwohner. Im Zweiten Weltkrieg fiel Heinrichswalde am 20. Januar 1945 in die Hände der Russen und liegt seitdem im russisch besetzten Teil Ostpreußens. Heinrichswalde ist der Geburtsort des am 5. Oktober 1869 geborenen Oberpräsidenten Ernst Ludwig Siehr (+1945).

Die Kirche in dem nordwestlich von Heinrichswalde gelegenen Dorf Neukirch ist von König Friedrich Wilhelm I. 1729 gestiftet worden; bemerkenswert ist ihre 1757 von Adam Gottlieb Casparini erbaute Orgel. Das Dorf war Mittelpunkt der Pferdezucht im Kreise. Das nördlich des Kreisorts gelegene Linkuhnen ist durch ein großes vierstöckiges prußisches Gräberfeld bekannt geworden, in dem Über 60 Wikingerschwerter gefunden worden sind. Sie deuten auf einen regen Wikingerbesuch im 9./11. Jahrhundert, vielleicht sogar auf eine Handelsniederlassung dieser Nordmänner in der Gegend von Tilsit oder Ragnit. -- Reich an ur- und frühgeschichtlichen Funden ist auch das ehemals prußische Dorf Rauterskirch (Alt Lappienen). Luise Katharina v. Chieze, geb. Rauter, ließ in den Jahren 1670/1674 die Gilgeniederung entwässern, die Gilge vertiefen und eindeichen. Sie ist auch die Erbauerin der niedrigen achteckigen Kirche in Rauterskirch; ihr Gemahl Philipp v. Chieze, der Erbauer des Potsdamer Stadtschlosses, hat dazu den Plan entworfen, er wurde 1675/1703 ausgeführt. Der Ort trägt den Namen der Frau v. Chieze; ihrem zweiten Gatten, Wolf Christoph Freiherrn v. Truchseß-Waldburg, erteilte der Große Kurfürst 1684 das Patronatsrecht über die Kirche. -- Unweit Rauterskirch liegt Rautenburg mit einem von Katharina v. Waldburg 1673 vollendeten Schloß. Die Herrschaft Rautenburg war längere Zeit Majoratssitz der Familie v. Keyserlingk. -- Das 1926 erbaute Hebewerk Callwellen pumpt das Wasser aus dem Linkuhnen-Seckenburger Polder über den Gilgedamm. -- Der Marktflecken Seckenburg bildet mit mehreren anderen Orten die Grenze zwischen der eingedeichten und der tiefen Niederung. -- Nördlich der Gilge erstreckt sich auf Sandhügeln das um 1450 gegründete Niederungsdorf Kuckerneese (Kaukehmen) mit stadtähnlichem Gepräge. Am Ostrand des Dorfes stand einst der Amtshof Kuckerneese, seine Ländereien waren recht fruchtbar und dienten dem Getreidebau. Im Winter 1678/1679 war Kuckerneese das Hauptquartier des schwedischen Feldmarschalls Horn, der seine Truppen in der reichen „Kuckerneeser Insel" ausruhen ließ. Im Januar 1679 wohnte der Große Kurfürst, als er seine berühmte Schlittenfahrt über das Eis des Kurischen Haffs unternommen und die Schweden verjagt hatte, bis zum 11. Februar im Amtshof. Im 7jährigen Kriege besetzten die Russen 1757 Kuckerneese unter ihrem Oberbefehlshaber, General Fermor, er bezog am 18. Januar 1758 hier Quartier. Während der Pestjahre 1709/1711 verödeten im Domänenamt Kuckerneese 138 Bauernhöfe. Die 1549/1576 erbaute Kirche wurde im 18. Jahrhundert umgebaut.

An der Haffküste liegen die Fischerdörfer Tawe, Klein Inse und Alt Inse, Loye und Karkeln. In ihnen sind die Keitelkähne mit ihren schlanken Masten und geschnitzten farbigen Kurenwimpeln zu Hause, auch die einfachen, verschalten, meist gekalkten Bohlenhäuser mit Krüppelwalm und geschnitztem Giebelschmuck. Alt Inse besitzt eine reizvoll am Wasser gelegene achteckige hölzerne Kirche mit Mitteldachreiter und einer Flachdecke auf toskanischen Säulen; sie ist nach dem Vorbild der von Philipp v. Chieze entworfenen Kirche in Rauterskirch 1700 erbaut worden. Auf dem Friedhof stehen buntbemalte hölzerne Grabpfähle, gekrönt mit dem Sinnbild der Unke; sie stammen größtenteils aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das an der Mündung des Karkelstroms ins Haff gelegene wohlhabende Kirchdorf Karkeln wurde im Volksmund „das kurische Venedig" genannt, weil zur Zeit des Hochwassers nicht nur der gesamte Ort, sondern auch fast jedes Haus eine Insel bildete. Die Kirche, ein Findlingsbau aus dem Jahre 1772, wurde 1899 durchgreifend umgestaltet. Die Statue der sitzenden Muttergottes mit Kind stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts.

Im südöstlichen Zipfel des Kreises liegt der 1583 gegründete Marktflecken Kreuzingen (Groß Skaisgirren), er hat eine sehr günstige Verkehrslage; von ihm gehen fünf Kunststraßen aus, außerdem liegt er an der Eisenbahnstrecke Königsberg-Labiau-Tilsit und an der Kleinbahn Kreuzingen-Insterburg. Er wurde zu Ostpreußens größtem Wochen- und Preußens größtem Ferkelmarkt, in neuerer Zeit war Kreuzingen mit Brittanien bei Neukirch der größte Viehverladebahnhof Deutschlands. Im Jahre 1807 wohnte Napoleon I. im Pfarrhaus; die seit 1693 bestehende Kirche mußte seinen Troß (Pferde und Wagen) aufnehmen. In jüngster Zeit war Kreuzingen Ausgangsort für Fahrten in das Elchrevier mit dem Schlosse Pait oder in das Große Moosbruch, einem der urigsten Moore Deutschlands, und nach dem Ausflugsort Wilhelmsbruch, das in einem reizvollen Mischwald liegt.

Patenschaftsträger des Landkreises Elchniederung ist der Landkreis Grafschaft Bentheim.

Quellen:
Wappen: Das Ostpreußenblatt (www.Ostpreussenblatt.de), 2000;
Text: Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern, Verlag Rautenberg, 1972-1996, Seite 43-45

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weitere Informationen zur Namenskunde:

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