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Beschlüsse, Entschlossenheit und eine Ehrung
Ostpreußische Landesvertretung tagte in Bad Pyrmont und verlieh den Kulturpreis für Wissenschaft 2012
von Jan Heitmann

Die Ostpreußische Landesvertretung (OLV) ist die Mitgliederversammlung der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) und deren oberstes Beschlussorgan, das für grundsätzliche Entscheidungen und die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes zuständig ist. Politisch gesehen nimmt sie die Rolle eines Exilparlaments der vertriebenen Ostpreußen wahr. Nachdem die OLV im vergangenen Jahr grundlegende und wegweisende Leitlinien und Resolutionen verabschiedet hatte, standen bei der Versammlung am vergangenen Wochenende im Ostheim in Bad Pyrmont überwiegend Routineangelegenheiten wie die Entgegennahme der Berichte, die Entlastung des Vorstandes und die Verabschiedung des Haushaltsplans auf der Tagesordnung.

In seinem Tätigkeitsbericht informierte Stephan Grigat, Sprecher der LO, die Delegierten über seine zahlreichen Gespräche mit Politikern, Gremien, Vertretern von Institutionen und Verwaltungen hierzulande und in der Heimat. Ein weiteres Thema seines Berichts war seine Tätigkeit im Beirat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“. Zudem berichtete er über die erfolgreiche Durchführung des Deutsch-Russischen Forums in Königsberg und des Sommerfestes der LO in Allenstein. Beide Veranstaltungen seien, so Grigat, mittlerweile als feste Größen etabliert.

Sein Bericht wurde, ebenso wie die Berichte des Bundesgeschäftsführers, des Chefredakteurs der PAZ, der Bundesvorsitzenden der ostpreußischen Frauenkreise, des Referats Heimatpolitik der LO, des Bundes Junges Ostpreußen sowie des Jahresberichts und der Jahresrechnung des Schatzmeisters nach kurzer Aussprache zustimmend zur Kenntnis genommen. Danach war die Entlastung des Vorstandes nur noch eine Formsache. Auch der Haushaltsplan für 2013 wurde mit großer Mehrheit verabschiedet. Nahezu einstimmig wurde auch die Aufnahme der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise als korporatives Mitglied der OLV beschlossen. Die diesjährige OLV war durch einen harmonischen Verlauf, sachliche Diskussionen und große Geschlossenheit bei den Abstimmungen gekennzeichnet.

Abschluss und Höhepunkt der OLV bildete die Verleihung des Kulturpreises für Wissenschaft der Landsmannschaft Ostpreußen an den Publizisten Gerd Schultze-Rhonhof. Die Laudatio (siehe unten) auf den Preisträger hielt Wilhelm von Gottberg, Alt-Sprecher der LO. Darin ließ er das Leben und insbesondere die beeindruckende militärische Karriere Schultze-Rhonhofs Revue passieren, bevor er dessen Verdienste um die unvoreingenommene und wahrheitsgemäße Aufarbeitung der Vorgeschichte und der Ursachen des Zweiten Weltkrieges würdigte.

In seiner Dankesrede berichtete Schultze-Rhonhof seinem gebannt lauschenden Publikum zunächst über seine neuesten Erkenntnisse zu diesem Thema. So fand er heraus, dass der US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der französische Premierminister Édouard Daladier die Eskalation, die schließlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geführt habe, bewusst angeschoben hätten.

Den Schwerpunkt seiner Ausführungen legte der Kulturpreisträger auf seine Gedanken zur deutschen Geschichtsschreibung nach 1945. Er kritisierte, dass sich die deutsche Historiographie und Geschichtspolitik nach Kräften bemühten, anhand der Zeitgeschichte zu belegen, dass aus deutscher Souveränität und Macht sowie aus der Unabhängigkeit eines nationalen deutschen Parlaments nur Unheil erwachsen könne. Dies habe mit der Geschichtsschreibung der Sieger im Urteilstext des Nürnberger Prozesses begonnen. Damit und mit der Umerziehung durch die Siegermächte sei der Grundstein gelegt worden, deutsche Erinnerungen zu verändern oder zu löschen. In Anlehnung an Clausewitz stellte Schultze-Rhonhof fest: „Die Geschichtsschreibung ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.“ Schon lange seien, so Schultze-Rhonhof weiter, an die Stelle unvoreingenommener Geschichtswissenschaft die übertrieben selbstkritische Forschung zur Aufdeckung deutscher Missetaten und das Anlegen unterschiedlicher Maßstäbe bei der Bewertung des Handelns von Siegern und Besiegten getreten. Mit Hilfe dieses ausgetauschten Geschichtsbewusstseins seien die Deutschen inzwischen weitgehend entwurzelt und entnationalisiert, so sein Resümee. Seine Hoffnung setzt Schultze-Rhonhof jetzt auf eine junge, neue Historikergeneration, die sich eines Tages von der alten emanzipieren und nach der Wahrheit suchen werde.

Dass Schultze-Rhonhof mit seiner unerschrocken gegen alle Widerstände vertretenen Position und seinen klaren Worten den Nerv seiner Zuhörer getroffen hatte, bewies der anhaltende Beifall, mit dem sie ihm für seine Ausführungen dankten.


Hoffnungsträger für nachwachsende Generationen
Laudatio auf Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof
Von Wilhelm von Gottberg

Gerd Schultze-Rhonhof wurde am 26. Mai 1939 in Weimar geboren. Er machte in Bonn Abitur und trat 1959 in die Bundeswehr ein. Er wurde Berufsoffizier. Sein militärischer Berufsweg ist beeindruckend. Der Thüringer diente in der Panzertruppe. Eine sechsmonatige Studienreise führte ihn in das südliche Afrika. Er durchlief die Generalstabsausbildung der Bundeswehr und fand Verwendung als Generalstäbler bei der Nato, im Bundesverteidigungsministerium und bei der Truppe. 1985 wurde Schultze-Rhonhof zum Brigadegeneral und 1991 zum Generalmajor befördert. Er war Lehrgangsleiter an der Bundeswehrführungsakademie, Kommandeur einer Panzergrenadierbrigade und zweier Panzerdivisionen. Zuletzt war er Befehlshaber im Wehrbereich Niedersachsen/Bremen. 1996 schied Schultze-Rhonhof nach 37 Jahren aus dem aktiven Dienst aus.

Nicht minder beeindruckend ist die Leistung unseres Preisträgers als Publizist nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst der Bundeswehr. Schon 1997 legte er sein Buch „Wozu noch tapfer sein“ vor. In diesem Werk berichtet Schultze-Rhonhof über seine Erfahrungen als Soldat und Offizier in fast vier Jahrzehnten. Er scheute sich nicht, Missstände und Fehlentwicklungen in der Gesellschaft anzusprechen und zu kritisieren, soweit diese im engen Zusammenhang mit der Entwicklung der Bundeswehr und dem Dienst des Einzelnen in der Truppe von Bedeutung sind.

Hervorgehoben werden muss, dass der gebürtige Weimarer nicht erst deutliche Worte nach seiner Pensionierung fand. Schon als Truppenführer meldete er sich zu Wort, wenn es das Wohl seiner ihm anvertrauten Soldaten erforderte. So nahm er öffentlich Stellung gegen die weitere Verkürzung des Grundwehrdienstes. Die Soldaten der Bundeswehr können bei einem einjährigen Grundwehrdienst kaum die Leistungsstärke erreichen, die die Soldaten der Bündnispartner durch eine längere Dienstzeit erwerben. Bei internationalen Einsätzen und Militärwettkämpfen wäre das ein Nachteil, der sich etwa ebenso auswirke, als wenn man zu einem Radrennen mit einem platten Reifen antrete. Die Nichtbeanstandung des unsagbar diffamierenden Vorwurfs „Soldaten sind Mörder“ durch das Bundesverfassungsgericht hat er deutlich kritisiert, so wie ihm das seine Fürsorge für die anbefohlenen Soldaten gebot.

Das Werk „Wozu noch tapfer sein“ gliedert sich in sieben Kapitel: 1. Warum noch Soldat sein, 2. Soldat für Europa, 3. Die allgemeine Wehrpflicht, 4. Mörder und unmoralische Menschen, 5. Anständig bleiben in schwerer Zeit, 6. Eid und Gewissen, 7. Wert und Tugend. Wie ein roter Faden wird in allen Kapiteln eine Ethik des Soldatenberufs sichtbar, die unbestritten in den früheren militärischen Verbänden Deutschlands beste Tradition war. Ich denke hier an die deutschen Verbände in den Befreiungskriegen, die kaiserliche Armee, die Reichswehr, die Wehrmacht und die Bundeswehr. Es ist nicht entscheidend, wenn diese Ethik nicht bei allen Gemeingut ist, aber entscheidend ist, dass die Grundsätze dieser Ethik von den Meinungsbildnern in Staat und Gesellschaft uneingeschränkt beachtet und hoch gehalten werden. Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof schreibt am Schluss seines Buches „Wozu noch tapfer sein“: „Wir sind heute der Auffassung, dass der Soldateneid ein gegenseitiges Treueverhältnis begründet, dass sowohl der Eidgeber wie der Eidnehmer brechen kann. So wie es Hitler tat. Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesverfassungsgericht, hat ihre Treuepflicht gegenüber den Soldaten grob verletzt und damit das gegenseitige Treueverhältnis zu den Soldaten von sich aus aufgelöst. Bundespräsident und Bundeskanzler schwören in ihrem Amtseid Gerechtigkeit gegenüber Jedermann zu üben. Soldaten, deren Diffamierung als Mörder de facto strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden kann, erfahren keine Gerechtigkeit. Hier ist der Staat untreu gegenüber den Soldaten.“

Mit dem Buch „Der Krieg, der viele Väter hatte“ hat Gerd Schultze-Rhonhof 2003 ein umfangreiches wissenschaftliches Gesamtwerk zur Vorgeschichte und bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges vorgelegt. Der Inhalt dieses Buches gibt Anlass, die Schuld am Zweiten Weltkrieg neu zu bewerten. Es ist ein bitteres Armutszeugnis für die gesamte deutsche Historikerzunft, dass von ihr ein vergleichbares sauber recherchiertes Fachbuch – basierend auf internationalen Quellen und den Memoiren von dutzenden Politikgrößen der damaligen Zeit – nicht vorgelegt wurde. Beschämend, dass namhafte deutsche Historiker und fast die gesamte politische Klasse Deutschlands zum Autor und seinem Werk auf Distanz gingen, als „Der Krieg der viele Väter hatte“ vorgelegt wurde. Umstritten, revisionistisch, Bedienung rechtsextremistischer Klischees sind noch sehr harmlose Bewertungen. Unangenehmer die Diffamierung des Autors durch die Gruppen vom äußeren linken Rand im Internet und die Mobilisierung der Straße bei Vortragsveranstaltungen mit dem Autor. Das führte in Einzelfällen dazu, dass Veranstaltungen abgebrochen werden mussten oder angemessene Vortragsräume nicht zur Verfügung gestellt wurden. Dies ist Realität im angeblich freiesten Deutschland aller Zeiten.

Unser Preisträger hat – wie übrigens andere vor und nach ihm auch – erfahren, dass der Schutz der persönlichen Ehre heute keinen Stellenwert mehr in der Bundesrepublik hat. Unter Verweis auf Artikel 5 GG – freie Meinungsäußerung – wird heute dieses Grundrecht in Teilbereichen zur Verleumdungs- und Diffamierungsfreiheit missbraucht. Wenn es aber um Tabuthemen in unserem Staat geht – eines dieser Tabuthemen ist zum Beispiel die uns von den Siegern des Zweiten Weltkrieges oktroyierte Sichtweise über die deutsche Kriegsschuld – dann gibt es das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung nicht. Jeder, der sich hier nicht politisch korrekt verhält, wird stigmatisiert, heruntergemacht.

Ein flüchtiger Blick auf die Wikipediaseite des Preisträgers gibt Auskunft. Da heißt es unter anderem: „Schultze-Rhonhof ist ein ehemaliger Generalmajor der Bundeswehr und geschichtsrevisionistischer Autor.“ Revisionistisch ist eindeutig negativ besetzt. Revisionisten stehen in der rechten Ecke. Folgerichtig heißt es dann auch an anderer Stelle der Wikipediaseite: „Im Mai 2006 trat er gemeinsam mit den umstrittenen Historikern Stefan Scheil und Walter Post auf einer Tagung mit dem rechtsextremistisch eingestuften Verleger Wigbert Grabert auf.“ Im weiteren Text der Wikipediaseite heißt es zu den benutzten Quellen für den Inhalt des Buches: „Hier überwiegen revisionistische und rechtsextreme Autoren, … Schultze-Rhonhof blendet in seiner Arbeit die geschichtswissenschaftliche Standardliteratur zum Ausbruch des Zeiten Weltkrieges aus.“ Eine dreiste Unwahrheit.

Jede Geschichte hat eine Vorgeschichte. Wenn man die Vorgeschichte zum Zweiten Weltkrieg berücksichtigt, insbesondere die Vertragswerke von Versailles und St. Germain und dann die Eskalation vor dem Kriegsausbruch 1939 nachvollzieht, wird deutlich, dass der Zweite Weltkrieg viele Väter hatte. Das belegt der Autor mit seiner hier in Rede stehenden Veröffentlichung. Dabei redet er den deutschen Beitrag zum Kriegsausbruch keineswegs klein. Gleichwohl bleibt Fakt: Polen wollte den Krieg. Das Land war im Sommer 1939 von einer starken Kriegseuphorie erfasst, die von der politischen Klasse des Landes immer wieder neu befeuert wurde. Polen war im Sommer 1939 militärisch hoch mobilisiert. Wer von einem Überfall Deutschlands auf Polen und von der Alleinschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg spricht, ignoriert diese Fakten.

Der Vollständigkeit halber muss eine weitere Veröffentlichung unseres Preisträgers genannt werden. Das Buch mit dem Titel „Das tschechisch-deutsche Drama 1918-1939“ wurde von ihm 2008 vorgelegt. Es beinhaltet die Errichtung und den Zusammenbruch eines Vielvölkerstaates als Vorspiel zum Zweiten Weltkrieg.

Gerd Schultze-Rhonhof hat mit seinen Veröffentlichungen mutig dem Zeitgeist Paroli geboten. Er wendet sich gegen Denkverbote, wo immer sie errichtet werden. Es zeichnet ihn aus, dass er zur seinen Überzeugungen steht. Dies wurde auch deutlich bei seinem Austritt aus der evangelischen Kirche, den er vollzog, als Bischof Huber als EKD-Ratspräsident forderte, Martin Hohmann aus der CDU-Bundestagsfraktion auszuschließen. Sein Austritt aus der Kirche bedeutete für ihn keinesfalls einen Statuswechsel als gläubiger Protestant.

Von Henning von Tresckow stammt das Wort, „der ethische Wert eines Menschen beginnt, wo er bereit ist, für seine Überzeugung sein Leben einzusetzen“. Dieses Wort gilt zeitgemäß abgewandelt auch für unseren Preisträger. Der ethische Wert eines Menschen ist gegeben, wenn er bereit ist, für seine Überzeugungen Nachteile bis hin zu Diffamierungen hinzunehmen. Diese Diffamierung kann bis zur Vernichtung der materiellen Existenz gehen. Das Wort Tresckows ist biblischen Ursprungs: „Seid standhaft, und ihr werdet euer Leben gewinnen“, Lukas 21,19. Wir finden es auch abgewandelt am Ausgang des 18. Jahrhunderts in der Weimarer Klassik: „Und setzt ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein.“

Er ist mit seinen Veröffentlichungen zu einem Hoffnungsträger für die nachwachsenden Generationen in Deutschland geworden. Es wird – wann auch immer – ein Ende haben mit der Pariarolle Deutschlands in der Völkergemeinschaft im 20. Jahrhundert. Dazu hat der Autor einen wichtigen Beitrag geleistet. Die Landsmannschaft Ostpreußen ehrt Gerd Schultze-Rhonhof für seine Veröffentlichungen mit der Verleihung des diesjährigen Ostpreußischen Kulturpreises für Wissenschaft. Wir ehren eine untadelige Persönlichkeit, die vorbildlich dem deutschen Volk als Soldat und Publizist gedient hat. Er hat sich um Deutschland, um unser gemeinsames Vaterland, verdient gemacht.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 45/12, 10.11.2012

 



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